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Nachrichten aus dem 4. Reich

Erscheinungstermin: 03.09.2008 (Originalausgabe Buch)

Buchdetails
Originalausgabe

ISBN-13 978-3-902404-64-0

Hardcover: 216 Seiten
Format: 145 mm x 210 mm, gebunden mit Schutzumschlag

Österreich/Deutschland: 22,50 EUR
Schweiz: 39,80 CHF*
*empfohlener VK-Preis

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Nachrichten aus dem 4. Reich

„Es hat noch nie einen so schönen März gegeben.“

Auch große geschichtliche Ereignisse bestehen aus ungezählten kleinen Mosaiksteinen. Jede Lebensgeschichte ist so ein Stein, viele ergeben zusammengefügt ein historisches Gesamtbild. Nur aus den Einzelschicksalen wird das Ausmaß der Tragödie des Anschlussjahres 1938 begreifbar. Gerhard Jelinek holt in den vorliegenden Gesprächen mit österreichischen Emigranten in New York das Wien der späten Dreißiger Jahre zurück. Es sind Stimmen aus dem „4. Reich“. So nannten jüdische Emigranten – in ironischer Anti-These zu Hitlers „3. Reich“ – jene Gegend im Norden Manhattans, wo sich Tausende Flüchtlinge aus Nazi-Deutschland und Österreich ansiedelten.

Mit Prälat Johannes Österreicher erzählt ein enger Mitarbeiter von Kardinal Innitzer über die politischen Fehleinschätzungen des Erzbischofs. „Es war kein Mangel an Charakter, eher ein Manko der Intelligenz.“ Fritz Spielmann, Schöpfer des Gassenhauers „Schinkenfleckerln“, in dem ollweil des Fleisch Versteckerln spielt“, schildert die harte Zeit in der Emigration, die auch Verlust der Sprache bedeutet hat. Der „Vaterländische“ Hans Walter Hannau zeichnet ein ungewöhnliches Bild der Rolle von Seyß-Inquart in den Märztagen 1938.

Zwei Dutzend Lebensberichte leidenschaftlicher Österreicher, die wie in einem „fernen Spiegel“ aus Manhattan die Zeit der Emigration und die (Selbst-)Zweifel an Heimkehr und Heimat nach dem Ende des Kriegs aufleben lassen. Betroffen. Berührend. Beschämend.

Gerhard Jelinek

Gerhard Jelinek

Dr. Gerhard Jelinek begann nach dem rechtswissenschaftlichen Studium an der Universität Wien seine journalistische Laufbahn in der Innenpolitik-Redaktion der Tageszeitung „Die Presse“, anschließend wechselte er zum Magazin „Wochenpresse“. Seit 1989 ist der Autor beim ORF tätig. Er leitete und moderierte den „Report“ und war für die Diskussionssendungen „Pressestunde“ und „Offen gesagt“ verantwortlich. Derzeit leitet Gerhard Jelinek die Abteilung „Dokumentation und Zeitgeschichte“ im Österreichischen Fernsehen. Sein zeitgeschichtliches Interesse bewies er unter anderem mit der Gestaltung von zahlreichen TV-Dokumentationen, darunter die Serie „Unser Jahrhundert“, Porträts über Jörg Haider, Kaisersohn Otto von Habsburg und Bundespräsident Heinz Fischer und zuletzt die internationale Dokumentation über „Hanna Reitsch – Hitlers Fliegerin“. Seine journalistische Arbeit wurde mit dem Leopold-Kunschak-Preis und 2009 mit dem „Fernsehpreis der Erwachsenenbildung“ gewürdigt. Sein Buch „Nachrichten aus dem 4. Reich“ wurde von Kurt Scholz als „Glücksfall des Journalismus“ beschrieben, mit seinem zweiten Werk „Reden, die die Welt veränderten“ gelang Jelinek ein Bestseller und spannender Streifzug durch die gesprochene Weltgeschichte.


Weitere Titel des Autors

Affären, die die Welt bewegten
Reden, die die Welt veränderten

Es gehört mit Sicherheit zu den berührendsten Büchern, die diesen Herbst angeboten werden.
Rudolf Taschner, Die Presse

Eine faszinierende Zeitreise, mit Herzblut geschrieben. Ein Muss für die Leser und Glücksfall des Journalismus – von einem Autor, der mehr ist als ein guter Journalist.
Kurt Scholz